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Just a Fix -Junkies sind die besseren Ärzte

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Wir brauchten einen neuen Plan! Auch wenn es mir viel Freude bereitete, mich jeden Montag aufs neue abzuschießen -und ihr könnt mir getrost glauben wenn ich sage- es war eine riesige, eine enorme, eine gigantische Freude jede Woche so dicht durch die Gegend zu laufen, dass sich alle Probleme -und waren sie noch so groß- einfach in Luft auflösten. So ging es einfach nicht mehr weiter!

 

Es machte mich echt fertig, dass mein armer Schatz schon Freitags kotzend überm Klo hing, weil er Donnerstags schon nichts mehr hatte.

Hier kommt eine wichtige Lektion des Lebens: Es stimmt schon, dass man nicht egoistisch durch die Welt laufen sollte und dass man sein Hab und Gut mit den Menschen teilt,die nicht so viel haben. Jedoch solltet ihr euch dies sehr gut überlegen, wenn IHR eine drogenabhängige Person seid, es sich bei eurem HAB und GUT um Methadon handelt, und die Person, die nichts hat, zufällig eure cleane Freundin ist, die euer Zeug gar nicht braucht sondern sich einfach nur dicht machen will. Überlegt es euch lieber zweimal, oder dreimal, oder viermal...

Ich hatte ein ziemlch schlechtes Gewissen. Das Problem war jedoch, dass sich mein schlechtes Gewissen immer dann auflöste, wenn Marco Montags Morgens mit einer gefüllten Apothekentüte nach Hause kam. Nachdem ich dann in wenigen Stunden ein drittel von Marcos wöchentlicher Methadondosis platt gemacht habe, kam dann irgedwann mal mein schlechtes Gewissen zurück. Dies wiederholte sich Woche für Woche und Monat für Monat.

Irgendwann ging es einfach nicht mehr so weiter. Wir diskutierten lange, wie wir dieses Problem lösen konnten. Marcos Idee: Kein Metha mehr für mich, ich sollte mir lieber ab und zu was zum Kiffen holen, das würde schließlich auch dicht machen. Hmmm, dieser Lösungsweg erschien mir mehr als beschissen. Am Ende lief es auf das logischste hinaus. Was macht man, wenn man irgend wovon zu wenig hat? Na, ganz einfach: Man besorgt sich einfach mehr! Da man Methadon leider nicht in der Drogerie kaufen konnte, blieb nur die Möglichkeit, dass ich mir einen Methadonarzt suche.

Normalerweise gibt es sehr strenge Regeln und Gesetze, an die der Arzt sich laut Strafgesetzbuch halten muss, wenn er einen neuen Patienten ins Methadonprogramm aufnimmt. Der Patient muss erst einmal glaubhaft nachweisen, dass er seit mindestens 2 Jahren heroinabhängig ist. Da ich dies nicht nachweisen konnte, weil ich auch nicht heroinabhängig war, blieb nur noch Dr. D.

Dr. D. war ein Arzt in Nordrhein-Westfalen, der es mit den o.g. Regeln nicht allzu genau nahm. Er nahm jeden auf, solange man krankenversichert war und ihm noch zusätzlich 150 Euro im Monat auf den Tisch legte. Denn so konnte er getrost doppelt abkassieren. Das Extrageld versteuerte er natürlich nicht.

Als ich zum ersten Mal darein kam, war ich sehr erstaunt. Das einzige was an eine Arztpraxis erinnerte waren der weiße Kittel der Arzthelferin, sowie die Tatsache, dass ich meine Krankenkassenkarte abgeben musste. Alles andere erinnerte mich eher an eine große weiße Dealerpraxis. Die Leute kamen affig rein, legten ein paar Scheine auf den Tisch, bekamen ein Rezept und gingen mit einem fetten Lächeln im Gesicht…

Ein hoch auf die Götter in weiß!

 



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