Suche

Feedback

Schreiben Sie ein kurzes Feedback und teilen Sie uns Ihre Meinung über buchpublik.de mit.

 

Feedback schreiben

 

Das Reich des großen Dämons

( 3 Bewertungen ) 

Vor mir lag aufgeschlagen eine Straßenkarte von Chile. Wir wohnten ziemlich genau in der Mitte des Landes, in Santiago. Vierzehn Jahre unseres Lebens hatten wir in diesem eigenartigen und einzigartigen Land verbracht. Unsere Arbeit hier war abgeschlossen. Der Haushalt war aufgelöst; die Kisten gepackt und die Möbel verschenkt. In sechs Wochen ging unser Flug nach Deutschland, definitiv. Es gab keinen Weg zurück.

 

Vor mir lag aufgeschlagen eine Straßenkarte von Chile. Wir wohnten ziemlich genau in der Mitte des Landes, in Santiago. Vierzehn Jahre unseres Lebens hatten wir in diesem eigenartigen und einzigartigen Land verbracht. Unsere Arbeit hier war abgeschlossen. Der Haushalt war aufgelöst; die Kisten gepackt und die Möbel verschenkt. In sechs Wochen ging unser Flug nach Deutschland, definitiv. Es gab keinen Weg zurück. Mit Wehmut blickte ich auf die Landkarte. Es fiel uns als Familie nicht leicht, dieses Land zu verlassen, das uns zur zweiten Heimat geworden war. Unser erwachsener Sohn Dan war schon vor Jahren nach Deutschland zurückgekehrt und hatte sich dort eine eigene Existenz aufgebaut. Meine Frau und unsere beiden Töchter sahen, ebenso wie ich, mit gemischten Gefühlen in eine ungewisse Zukunft. Würden wir uns in Deutschland wieder zurechtfinden? Wie würden die dreizehnjährige Andrea und die achtjährige Martha sich in einem Land einleben, das sie nur von ein paar Besuchen her kannten und das ihnen ansonsten fremd war? Diese und viele andere Fragen beschäftigten mich, Martin Lehmann und meine Frau Elisabeth.

 

   Mein Blick kehrte wieder zu der vor mir aufgeschlagenen Landkarte zurück. Wir wollten uns mit einer großen Reise von Chile verabschieden. Der Norden des Landes faszinierte uns ganz besonders. Hier befand sich eine der trockensten Wüsten der Erde, die Atacama. In Gedanken verfolgte ich die Route, die wir nehmen wollten. Die Entfernung von Santiago nach Arica, der nördlichsten Stadt Chiles, betrug über zweitausend Kilometer. Ich kannte die Strecke, da ich sie vor ein paar Jahren mit Dan und zwei seiner Freunde gefahren war. Dan hatte sich diese Reise als Abschied von Chile gewünscht. Die Mädchen waren damals noch zu klein für die weite Reise und blieben mit Elisabeth zu Hause.

 

   Ich verfolgte die Strecke auf der Karte: La Serena, Vallenar, Copiapo, Caldera, Chanaral, Antofagasta, Iquique, Arica. Von Arica führte eine Straße ins Hochland, vorbei am Chungara-See, an die Grenze zu Bolivien und weiter bis La Paz, der Hauptstadt dieses Landes. Den Chungara-See in etwa 4500 Metern über Meereshöhe und damit der höchste See der Erde, kannte ich von meiner Reise mit Dan. Schon damals hatte mich ein ganz bestimmter Ort in dieser Gegend von seiner Lage her fasziniert. Er befand sich nahe der bolivianischen und auch der peruanischen Grenze: Visviri, die nördlichste Stadt Chiles. Als ich mit Dan am Chungara-See war, fehlte uns die Zeit, um das abgelegene Visviri aufzusuchen. Außerdem war das Wetter denkbar schlecht, es regnete und schneite abwechselnd und eine meist geschlossene Nebeldecke begrenzte die Sicht. Die geteerte Straße nach La Paz war gut befahrbar, trotz einer zeitweilig geschlossenen Schneedecke. Doch alle von dieser Straße abbiegenden Wege, also auch die Verbindung nach Visviri, waren ungeteert und schwer befahrbar. Dieses Mal wollte ich es unbedingt bis Visviri schaffen. In einem chilenischen Reiseführer fand ich genauere Informationen. Visviri liegt auf einer Höhe von 4069 Metern, drei Kilometer von der bolivianischen und zwölf Kilometer von der peruanischen Grenze entfernt. Mittwochs und Samstags findet im Ort ein sogenannter Geistermarkt statt. Bei dieser Gelegenheit wird auf der bolivianischen Seite ein dreiundneunzigprozentiger Likör mit dem Namen Cocoroco verkauft, der an diesen Tagen frei über die Grenze gebracht werden darf. Der Name Geistermarkt ist wohl eine Anspielung auf den hochprozentigen Schnaps. An den Sonntagen findet ein Markt, etwas außerhalb des Ortes, genau am Dreiländereck statt. Dort treffen sich die Aymara-Indianer, die in den drei angrenzenden Ländern leben, um ihre Produkte zu tauschen. Der Dreiländermarkt interessierte mich. Den wollte ich mit meiner Familie während unserer Nordreise besuchen. Mit diesem Entschluß öffnete ich, ohne es zu wissen, das dunkelste Kapitel in unserer bisherigen Existenz als Familie. Als wir eine Woche später die Reise antraten dachte ich zunächst nicht mehr an Visviri.

 

Ein heißer Tag in der Mitte des Hochsommermonats Januar ging zu Ende. Noch vor Anbruch des kommenden Tages wollten wir unsere Reise antreten. Ich lud Taschen, Koffer und die Campingausrüstung auf die Ladefläche unseres geländetauglichen Allrad-Pickups. Elisabeth bestellte telephonisch eine Familienpizza. Unsere beiden Mädchen packten ihre Reisekörbe mit Spielsachen und Kassetten und stellten sie mit ihren Walkmans auf ihre Sitzplätze in der Kabine des Allradfahrzeugs. Als ich gerade dabei war die Plane über die fertig gepackte Ladefläche zu spannen läutete der Mann mit der Pizza. Nach dem Essen schickten wir die Mädchen ins Bett. Elisabeth und ich nahmen uns die Landkarte vor, um den Anfang der Reise zu planen. Wir entschieden, am ersten Tag bis zum knapp neunhundert Kilometer entfernten Caldera zu fahren und dort zu übernachten.

 

 Noch vor Sonnenaufgang weckten wir Andrea und Martha. Schlaftrunken zogen sie sich an und setzten sich auf ihre Plätze im Auto während Elisabeth und ich eine Tasse Kaffee tranken. Dann brachen wir auf. Langsam fuhren wir durch die noch menschenleeren Straßen. Bald hatten wir die große Ringstraße, die Avenida Vespucio, erreicht und fuhren auf ihr bis zur Panamericana. Als wir Santiago hinter uns ließen, färbte sich der Horizont im Osten über dem Andengebirge langsam rot. Wir hielten an einer Raststätte und frühstückten. Die Strecke durch die Steppe bis La Serena war vierspurig ausgebaut. Als wir nach fünfhundert Kilometern dort ankamen war es Mittag. Wir verließen die Panamericana und fuhren an den Strand. Nach einem ausgiebigen Mittagessen und einem kleinen Spaziergang auf der Promenade setzten wir unsere Reise fort. Nach La Serena wurde die Strecke zweispurig und führte bald von der Küste weg auf die Hochebene. Nach eineinhalb Stunden Fahrt erblickten wir im Osten mehrere Observatorien. Eine Stunde später erreichten wir Vallenar, eine Minenstadt im Huascotal. Wir machten eine kleine Pause bevor wir durch die immer trockener werdende Wüste weiter über Copiapo nach Caldera fuhren. In Caldera erreichten wir wieder die Küste. Nachdem wir uns in einem Hotel einquartiert hatten machten wir einen Spaziergang am Fischhafen. Anschließend aßen wir zu Abend und gingen früh zu Bett. Am nächsten Tag machten wir uns wieder vor dem Morgengrauen auf die Reise. Wir hatten uns vorgenommen, bis Arica durchzufahren. Das waren noch etwa eintausendzweihundert Kilometer. Nach Chanaral verließ die Panamericana wieder die Küste und führte auf die Hochebene zurück. Durch eine tote Wüstenlandschaft fuhren wir immer weiter nach Norden. Antofagasta ließen wir links liegen. Danach führte die Straße noch mehr ins Landesinnere. Am Wendekreis des Steinbocks machten wir eine kurze Rast bevor wir bei Baquedano die Geleise der Mineneisenbahn überquerten. Danach gabelte sich die Straße. Rechts ging es nach Calama und weiter nach Chuquicamata, wo sich die größte Tagebaumine der Welt befand. Von Calama bog eine Straße nach San Pedro de Atacama und zum größten Salzsee Chiles ab, den Salar de Atacama. Nach der Straßengabelung gab es eine Menge von Geisterstädten, besonders an der Straße nach Calama. Doch auch auf der von uns befahrenen Straße in Richtung Norden stießen wir bald auf eine dieser verlassenen Städte, mit dem Namen Chacabuco. Chacabuco war einmal eine lebendige Stadt von zehntausend Einwohnern, die vom Salpeterabbau lebte. Nach der Erfindung des Kunstdüngers wurde Chacabuco und viele andere Städte im Norden Chiles zu Geisterstädten. Im Verlauf unserer Reise durch die extrem trockene Atacamawüste durchquerten wir zwei Wälder, die uns zunächst wie eine Fatamorgana vorkamen. Die dort wachsenden Tamarugobäume werden bis zu zehn Metern hoch und ihre Wurzeln holen die Feuchtigkeit aus großer Tiefe. In diesen Wäldern gibt es weder Unterholz noch Gras, da kleinere Pflanzen und auch andere Bäume die Wurzeln nicht tief genug setzen können, um das lebenswichtige Wasser zu erreichen. Zwischen Iquique und Arica führte die Panamericana fünf Mal von der etwa zweitausend Meter hohen Wüstenebene in kleine Täler, fast bis auf Meereshöhe hinab und auf der anderen Seite wieder hinauf. In den Tälern gab es am Rande der meist ausgetrockneten Bäche einen bescheidenen Pflanzenbewuchs als Lebensgrundlage für ein paar wenige Menschen mit ihrem Vieh. Auffallend waren an verschiedenen Stellen übergroße Zeichnungen in den Felsformationen an den Talwänden.

 

   Am Abend erreichten wir Arica. Wir fanden bald ein Hotel am Strand und gingen, müde von der langen Reise, bald zu Bett. Den nächsten Tag, einen Freitag, verbrachten wir am Strand und bummelten in der Stadt. Am Samstag fuhren wir ins Hochland bis nach Putre. Ich erinnerte mich an den Markt außerhalb von Visviri, der jeden Sonntag stattfand. Wir wollten in Putre übernachten und früh am nächsten Morgen nach Visviri fahren. Leider hatten wir auch dieses Mal, wie schon während der Reise mit Dan, kein Glück mit dem Wetter. Bis Putre in dreitausendfünfhundert Metern Höhe war die Sicht noch gut. Putre selbst hüllte sich abweisend in Nebel. Wir übernachteten in einem Dreisternehotel mit bescheidenem Comfort. Immerhin konnten wir warm duschen und in sauberen Betten schlafen.

 

   Am nächsten Morgen verließen wir nach einem guten Frühstück das Hotel und machten uns auf den Weg ins einhundertsiebenundzwanzig Kilometer entfernte Visviri. Zunächst fuhren wir noch etwa vierzig Kilometer auf der geteerten Straße. Dann mussten wir nach links auf eine unbefestigte Straße abbiegen. Bald kamen wir nach Caquena in einer Höhe von 4600 Metern. Der kleine Ort lag inmitten einer weitläufigen Grünfläche, auf der verschiende Lamaarten friedlich grasten. Leider war der Nebel so dicht, dass wir gar nichts von den schneebedeckten Fünftausendern zu Gesicht bekamen, die in unserem Reiseführer auf wunderschönen Fotos zu sehen waren. Einmal hielten wir an, als die Kinder zwei Vizcachas, hasenähnliche Tiere der Chinchillafamilie, am Wegrand sahen. Die große Höhe machte besonders uns Eltern zu schaffen. Wir waren die dünne Luft nicht gewohnt und mussten uns langsam bewegen.Das Vizcachapärchen hatte allerdings keine Lust, sich von uns bewundern zu lassen und verschwand, kaum dass wir ausgestiegen waren, im Nebel. Vergeblich suchten wir die Tiere. Dabei merkten wir wie kalt es im Freien war. Wir zogen unsere dicken Daunenjacken an und betrachteten unsere Umgebung näher. Rechts von uns floss das Wasser des Cosapilla plätschernd nach Norden. Das war das einzige Geräusch, das wir hörten, nachdem ich den Motor des Pickups ausgemacht hatte. Der Nebel verhinderte, dass wir unsere Umgebung genau betrachten konnten. Die beiden Mädchen drückten sich an uns. Ihnen und auch uns Eltern war es unheimlich zu Mute. Hier standen wir allein am Rand einer kaum befahrbaren Schlammstraße in einer unwirtlichen Landschaft auf dem Weg in ein unbedeutendes Dorf und auf der Suche nach einem Markt im Niemandsland. Mir wurde plötzlich klar, dass der Ausflug unsinnig war. Am liebsten wäre ich umgekehrt und sofort hinab nach Arica an die sonnendurchflutete Küste gefahren. Doch eine mir unerklärliche Macht in meinem Innern ließ mich genau das Gegenteil tun. Ich schob die Kinder ins Autoinnere zurück und setzte die Fahrt nach Norden fort. Der Weg verlor bald an Höhe. Kurz vor Mittag erreichten wir Visviri. Bei der Einfahrt in den Ort wurden wir von einem großen Polizeiaufgebot angehalten. Nach Prüfung unserer Papiere wurden die üblichen Fragen nach dem Woher und Wohin gestellt. Ich gab an, dass wir lediglich den Sonntagsmarkt besuchen wollten und dann wieder umkehren würden. Dabei fiel mir auf, dass die Polizisten leise miteinander redeten. Es schien, dass sie sich nicht ganz schlüssig waren, ob sie uns durchlassen sollten oder nicht. Schließlich winkten sie uns durch, nachdem sie uns noch erklärt hatten, wie der Markt, außerhalb des Ortes, zu erreichen sei. Was hätte ich später dafür gegeben, wenn sie uns die Durchfahrt verweigert hätten.

 

Als wir den Markt erreichten winkte uns ein junger Indianer auf einen kleinen Parkplatz, der noch völlig leer war. Wir und unser Fahrzeug erregten eine gewisse Aufmerksamkeit, die wir nicht weiter beachteten. Wir nahmen die Mädchen an der Hand und gingen langsam zwischen den Ständen hindurch. Inzwischen hatte es angefangene zu nieseln und der Nebel legte sich immer schwerer über den Marktplatz. Die Sicht war so schlecht, dass wir nicht einmal mehr die bescheidene Anzahl von Verkaufsständen ganz überblicken konnten. Die Indianer in ihren Ponchos, Filzhüten und Wollmützen bewegten sich nur langsam oder standen unbeweglich wie Statuen hinter ihren Verkaufstischen. Die Szene wirkte durch die difuse Beleuchtung fast unwirklich und gespenstisch. Ein dunkles Angstgefühl beschlich mich, das ich aber schnell wieder von mir wies. Ich sagte mir, dass hier öfters Touristen herkämen, sonst wäre dieser Ort sicher nicht als sehenswertes Ausflugsziel in unserem Reiseführer vermerkt gewesen. Ich betrachtete die Stände um mich herum. Sie waren meist mit Gebrauchsgütern für den Alltag bestückt. Nur wenige boten Interessantes für uns Touristen, wie Holz- und Steinfiguren von Menschen, Tieren, Türmen und Kirchen. Elisabeth und die Mädchen standen ganz in der Nähe vor einem Berg von Textilien. ­Ich ging zu ihnen. Die kleine Martha hob einen niedlichen Kinderponcho in die Höhe und wollte ihn anprobieren. Ich blickte zu dem Verkäufer, ein kleiner gedrungener, schmächtiger Indianer mit einem Gesicht, dessen lederartige Haut so voller Falten war, dass man in der schwachen Beleuchtung kaum die Gesichtszüge unterscheiden konnte. Der alte Mann lächelte und nickte einmal leicht. Dabei tanzten die Falten in seinem Gesicht. Martha lächelte dem Aymara-Indianer zu während Elisabeth ihr half, den Pocho umzulegen. Danach wollte Martha noch eine Wollmütze aufziehen. Die Bekleidung stand ihr so gut, dass Andrea auch Lust bekam sich auf dieselbe Weise zu kleiden. Martha mit ihren schwarzen Haaren und braunen Augen sah aus wie ein Aymaramädchen. Andrea mit ihren grünen Augen und den braunen Haaren bot einen hübschen Kontrast zu ihrer Schwester. Ich holte meinen Fotoapparat aus der Tasche und fragte den Verkäufer, ob wir ihn, zusammen mit den beiden Mädchen fotographieren dürften. Ich versprach ihm, die Kleidungsstücke zu kaufen. Daraufhin willigte er gerne ein. Ich machte gleich mehrere Aufnahmen und steckte dann den Fotoapparat wieder ein. Als ich die Ponchos und Wollmützen bezahlte, stieß mich Elisabeth leicht an und wies mit dem Kinn zwischen die Stände. In das Marktleben war plötzlich Bewegung gekommen. Anfangs sahen wir nur unbewegliche oder gemächlich gehende Menschen. Jetzt huschten mehrere Menschen in aufgeregter Eile zwischen den Verkaufsständen umher. Bevor ich mir Gedanken über die veränderte Lage machen konnte kam ein kräftiger Mann in einem langen Ledermantel mit energischen Schritten rasch auf uns zu. Er hatte seinen Lederhut tief über die Augen gezogen. Ich erkannte sofort, dass es kein Indianer war. Er ging ganz nahe an mir vorbei und raunte mir dabei in Spanisch kaum hörbar zu, dass wir sofort verschwinden müssten. Ich erschrak und sah mich nach meiner Familie um. Elisabeth stand mit den Mädchen noch bei dem runzeligen Indianer, der gerade das Geld einsteckte, das meine Frau ihm gegeben hatte. Die neuen Kleidungsstücke gefielen den Mädchen sehr und sie behielten sie gleich an. Plötzlich tauchten von allen Seiten, wie gespenstische Schatten, Männer aus dem Nebel auf. Einige waren mit Ledermäntel bekleidet, andere trugen Uniformen. Während sie zwischen den Verkaufsständen verschwanden kamen immer neue dazu. Ich schrie nach Elisabeth und den Mädchen. Dann geschah das Unfassliche. Hinter dem alten Indianer tauchten wie aus dem Nichts zwei vermummte Männer auf, packten Andrea und Martha und verschwanden im Nebel. Ich sah die schreckgeweiteten Augen der kleinen Martha die wie gelähmt in den Armen eines Maskierten hing. Andrea schlug wild um sich, doch gegen den erwachsenen Mann kam sie nicht an. Das Ganze ging so schnell, dass ich gar nicht gleich begriff was passierte. Elisabeth schrie die Namen unserer Kinder. Das löste meine Erstarrung und ich rannte so schnell ich konnte zwischen den Ständen in die Richtung, in der die beiden Männer mit den Mädchen verschwunden waren. Doch sowohl die Männer als auch unsere beiden Mädchen waren nirgends zu sehen. Als ich am letzten Stand vorbei kam, rannte ich zwei Uniformierten in die Arme. Sie hielten mich fest und leuchteten mir mit einer Stablampe ins Gesicht. Sie fragten mich wer ich sei und was ich hier suchte. Ich schrie ihnen ins Gesicht, dass meine beiden Töchter verschleppt worden seien und ich sie suchen müsste. Sie versuchten mich zu beruhigen und machten mir klar, dass ich nicht weitergehen durfte. Die Kinder würden sicher gefunden werden. Das Gelände sei weitläufig umstellt und abgeriegelt. Während sie auf mich einredeten, drehten sich meine Gedanken immer schneller. Ich suchte verzweifelt nach einer Idee, wie ich den beiden Mädchen helfen könnte. Inzwischen hatte Elisabeth mich erreicht. Sie setzte sich neben mich in das nasse Gras und ließ ihren Tränen freien Lauf. Dann siegte ihre Wut und richtete sich zuerst gegen mich:

 

„Wer kam denn auf die blöde Idee, diesen verfluchten Markt am Ende der Welt zu besuchen? Das haben wir nun davon. Die Mädchen sind verschwunden, entführt, vielleicht sind sie schon tot!“

 

Ich fühlte mich schuldig an dem Vorfall. Hätte ich doch nur auf mein Gefühl gehört. Dann wären wir jetzt wieder in Arica und säßen vor unserem Hotel am Strand. Doch das Geschehene war übermächtig und ließ kein Wenn

und Aber zu. Ich nahm Elisabeth in den Arm und sagte leise zu ihr:

 

„Vielleicht werden sie bald gefunden? Der Polizist sagte, dass das Gelände abgeriegelt wäre.“

 

„Glaubst Du das wirklich? Schau Dir doch den Nebel an. Die sind doch schon auf der anderen Seite der Grenze.“

 

„Ich werde mit dem Polizisten reden!“

 

Elisabeth und ich hatten uns auf Deutsch unterhalten. Ich wandte mich an einen der beiden Polizisten und fragte ihn auf Spanisch:

 

„Wenn das Gelände abgeriegelt ist, dann müssten die Mädchen doch längst gefunden worden sein. Wo ist Ihr Chef? Ich muss ihn sprechen!“

 

„Sie können hier nicht frei herumlaufen“, entgegnete der Mann mit fester Stimme, „es können immer noch Schüsse fallen. Wir müssen warten bis die Aktion beendet ist.“

 

„Um was geht es hier eigentlich und warum wurden unsere Kinder entführt? Können Sie mir das erklären?“

 

„Über die Aktion selbst darf ich Ihnen keine Auskunft geben. Warum die Kinder entführt wurden, können Sie sich doch denken!“

 

„Sie meinen, dass sie als Geiseln dienen, damit die Verbrecher entkommen können?“

 

„Wahrscheinlich! Sie hätten mit ihrer Familie nie hierherkommen dürfen.“

 

„Woher sollte ich denn wissen, dass die Polizei hier eine Falle aufgebaut hat?“

 

„Haben Sie sich nicht über die große Zahl von Beamten am Eingang von Visviri gewundert?“

 

„Schon, aber ich dachte, dass es hier immer so zugeht. Schließlich sind wir hier ganz nahe an Bolivien und Peru. Warum haben die Beamten uns eigentlich durchgelassen? Es wäre besser gewesen sie hätten uns gleich zurückgeschickt.“

 

„Sie durften kein Aufsehen erregen. Die Anwesenheit von Touristen hat die Bande vorerst in Sicherheit gewogen.“

 

„So waren wir eine Art Köder!“ sagte ich bitter mehr zu mir selbst. Der Uniformierte hatte mich gut verstanden und erwiderte:

 

„Wir hatten natürlich nicht mit Ihnen gerechnet, aber Ihre Anwesenheit hatte durchaus auch eine positive Seite.“

 

„Vielleicht für Sie. Für uns ganz sicher nicht!“ sagte ich bitter.

 

Wie aus dem Nichts stand der Lederbemäntelte, der mich, leider zu spät, gewarnt hatte, vor uns. Mit leiser Stimme sagte er:

 

„Die Aktion ist zu Ende. Ich habe schlechte Nachrichten für Sie: Ihre Kinder sind verschwunden mitsamt den Entführern. Tut mir leid!“

 

„Was machen wir jetzt?“

 

„Sie gehen am besten in Ihr Hotel und überlassen uns die Nachforschungen. Sobald wir etwas wissen geben wir Ihnen Bescheid. In welchem Hotel wohnen Sie?“

 

„In Arica, im Hotel Arica,“ murmelte ich.

 

„Gut! Dann fahren Sie jetzt in Ihr Hotel. Wir melden uns dort bei Ihnen!“

 

Ich antwortete nicht, nahm Elisabeth an die Hand und ging zum Markt zurück. Ich dachte auch nicht eine Sekunde daran, der Aufforderung des Agenten Folge zu leisten. Mechanisch und wortlos ging ich zum Stand des alten Mannes mit den vielen Runzeln. Hinter dem Tisch mit den Kleidungsstücken, unter einer Plastikplane, standen ein paar Kisten. Wir setzten uns darauf und redeten leise auf deutsch miteinander. Wir versuchten, die Situation zu begreifen und eine Entscheidung über unser weiteres Vorgehen zu treffen. Doch unser Gespräch drehte sich nur im Kreis. Wir waren absolut ratlos. Elisabeth begann leise zu schluchzen. Ich zog sie zu mir und drückte sie wortlos an mich. So saßen wir lange Zeit während immer wieder Polizisten und Agenten an uns vorbeieilten. Nach einiger Zeit waren die Ordnungshüter verschwunden. Ich fühlte eine unendliche Einsamkeit und Verlassenheit, die sich wie eine dunkle Glocke über uns senkte. Trotz der dicken Daunenjacke erstarrte ich langsam vor Kälte und Verzweiflung. Ich wusste nicht mehr weiter. Ins Hotel konnte ich auf keinen Fall zurück. Dort würde ich es keine Sekunde aushalten. Wir mussten etwas tun, aber was? Die Hilflosigkeit war das Allerschlimmste. Das Erkennen der eigenen Ohnmacht machte mich fast verrückt. Ein tiefes Stöhnen kam aus meiner Seele. Dann fühlte ich eine Hand auf meiner Schulter. Ich drehte mich um und blickte in das gütige Gesicht des alten Indianers, dem der Stand gehörte. Wir sahen uns lange in die Augen. Er schien irgend etwas auf dem Herzen zu haben, war sich aber wohl nicht sicher, ob er es mir sagen sollte. Dann merkte ich wie er sich einen Ruck gab. Er senkte seinen Mund an mein Ohr und flüsterte so leise, dass ich ihn kaum verstand:

 

„Kenne sie!“ Er nickte mehrere Male zur Bestätigung leicht mit seinem runzelnübersehten Kopf. Dabei schwankte sein schneeweißes Haar wie Geistergras auf der braunen Kopfhaut. Wieder sagte er nickend:

 

„Kenne sie!“

 

Dann hob er seinen Kopf in die Höhe und schaute in den Nebel. Dabei schien er intensiv nachzudenken. Ich konnte mir keinen Reim aus seinen Worten machen und fragte ihn:

 

„Wen kennen Sie?“

 

Zunächst reagierte der alte Mann nicht. Er blickte weiter auf ein imaginäres Ziel in der Ferne. Dann schienen seine Gedanken von ihrer Reise zurückzukehren. Er drehte seinen Kopf langsam wieder zu mir. Erneut blickte er mir lange in die Augen. Dann sagte er ganz leise, als ob er ein großes Geheimnis verriet:

 

„Sie gehen den verbotenen Weg.“

 

Ich hatte keine Ahnung wovon der Alte redete. Vielleicht waren seine Sinne verwirrt oder er stand unter Drogen? In seinem Blick konnte ich allerdings nur Wärme und Mitleid entdecken. Nein, der Mann war nicht verrückt und auch nicht in andere Sphären abgehoben. Aber wie sollte ich seine eigenartigen Worte verstehen und was nützten sie uns? Ich fragte ihn ein zweites Mal:

 

„Wen kennen Sie?“

 

Wieder sah er mich lange an. Dann gab er sich zum zweiten Mal einen Ruck und flüsterte noch leiser und kaum verständlich:

 

„Die den verbotenen Weg gehen sind unantastbar. Niemand kennt ihren Namen. Niemand darf sie beachten. Niemand darf von ihnen reden. Doch Du und Deine Frau, ihr habt ein gutes Herz. Der Schmerz unendlich, der Verlust so groß.“

 

Und nach einer kleinen Pause fuhr er noch leiser fort:

 

„Ich kenne die Männer die Mädchen geraubt!“

 

Das saß. Ich holte tief Luft und stieß den Atem mit einem leisen Pfiff wieder aus. Elisabeth hatte unsere, flüsternd geführte Unterhaltung nicht verstanden. Sie sah mich fragend an. Ich legte den Finger auf die Lippen und sagte leise zu ihr: „Der Alte meint, die beiden Entführer zu kennen.“

 

Elisabeth presste sich eine Hand vor den Mund, um einen Ausruf des Erstaunens zu unterdrücken. Dann fragte sie leise:

 

„Meinst Du er kann uns helfen?“

 

„Ich weiß es nicht! Aber wir werden uns an jeden Strohhalm klammern, der uns weiterhelfen kann.“

 

Dann wandte ich mich wieder an den alten Mann und flüsterte:

 

„Wir müssen die Mädchen finden! Kannst Du uns zu den Männern führen oder Verbindung mit ihnen aufnehmen?“

 

Der alte Mann lächelte wieder. Doch dieses Mal war es kein Lächeln des Mitgefühls, sondern ein Lächeln das man einem Kind entgegenbringt, das soeben einen unmöglich zu erfüllenden Wunsch ausgesprochen hat. Dann schüttelte er langsam den Kopf und sagte:

 

„Geht zum Auto! Nehmt Weg, den Ihr gekommen. Nach halber Stunde Fußmarsch kommen Mauern, Ruine. Versteckt Auto, wartet! Ich werde kommen.“

 

Der Alte nickte ein Mal kräftig und schaute in die Richtung, wo sich der kleine Parkplatz befand. Es war klar, dass er hier nicht mit uns reden wollte und konnte. Schweigend verließen wir den armseligen Unterstand und gingen bedrückt zu unserem Pickup. An unserem Fahrzeug erwartete uns wieder der lederbemäntelte Agent:

 

„Verschwinden Sie hier so schnell wie möglich. Ein paar Mitglieder der Bande konnten entkommen und treiben sich vielleicht in der Nähe herum.“

 

„Sie können uns wenigstens sagen, was das für Leute sind, die sie verfolgen.“

 

„Rauschgift, Geldwäsche, Menschenhandel, Schmuggel. Das Übliche.“

 

Es war klar, dass der Mann uns los werden wollte. Seine unpräzisen Informationen nützten uns gar nichts und er wusste das. Ich schwieg und bestieg mit Elisabeth den Pickup. Ohne Gruß startete ich das schwere Fahrzeug, wendete und fuhr davon. Der Parkwächter war nirgends zu sehen. Das war ungewöhnlich. Wieso verzichtete er auf die Gebühr? Vielleicht gehörte er auch zur Bande?

 

Unbehelligt fuhren wir durch Visviri. Der leichte Regen verwandelte sich zu Schnee und es wurde immer kälter. Ich schaltete die Heizung und die Scheibenwischer an. Dank des Allradantriebs kamen wir zwar langsam aber doch stetig voran, wobei ich angestrengt nach der Ruine Ausschau hielt. Nach zehn Minuten sahen wir einen dunklen Schatten auf der rechten Seite der Straße. Ich lenkte das Fahrzeug darauf zu. Keine fünzig Meter entfernt ragten die toten Mauerreste eines primitiven Wohnhauses in den bleigrauen Himmel. Ich stellte den Pickup dahinter ab und wir stiegen aus. Als die Kälte durch meine Jacke drang dachte ich mit Schmerzen daran, dass unsere beiden Mädchen irgendwo in diesem öden Land mit ihren Entführern herumirrten. Zu ihrer großen Angst kam die Kälte und der Schnee. Mir wurde ganz elend. Wir mussten die Kinder so schnell wie möglich finden. Vorher würde ich nicht mehr schlafen können.

 

Plötzlich stand der alte Indianer im Eingang des verfallenen Hauses. Ich spürte ihn mehr als dass ich ihn sah. Er sprach mit leiser Stimme:

 

„Wir gehen an sicheren Ort. Hier nicht sicher. Überall Polizei!“

 

Er bestieg den Pickup und setzte sich in die Mitte der Rückbank. Von dort aus gab er mir genaue Anweisungen, wohin ich fahren sollte. Wir fuhren langsam auf dem durchweichten Weg parallel zur bolivianischen Grenze  und passierten die Orte Pacoyo, Cosapilla und Guacollo. Kurz vor Ancopujo fuhren wir nach rechts in ein kleines Seitental. Hier gab es keinen Weg. Der Indianer dirigierte mich nur wenige hundert Meter bis wir an einen Felsenvorsprung kamen, hinter dem ich das Auto abstellen sollte. Dadurch war es auch bei gutem Wetter von der Straße her nicht zu sehen. Wir blieben im Auto sitzen und warteten auf weitere Anweisungen des alten Mannes. Der schien zunächst zu überlegen. Dann bestimmte er:

 

„Wir brauchen Feuer!“

 

„Feuer? Warum?“

 

„Tee kochen, wegen Höhe. Müssen hinauf!“

 

Dabei wies er mit dem Kinn vor uns in den Nebel

 

Ich begriff gar nichts. Elisabeth verstand schneller:

 

„Er will uns einen Tee kochen, damit wir in der Höhe besser zurechtkommen!“

 

Der Runzelmann lächelte und nickte leicht. Er legte seine kleine Hand auf Elisabeths Kopf und murmelte ein paar unverständliche Worte.

 

„Ich glaube Du gefällst ihm,“ bemerkte ich sarkastisch.

 

Der Indianer hatte meine deutsche Bemerkung nicht verstanden aber er deutete sie richtig und erwiderte:

 

„Fremde Frau vom Stamm der Eindringlinge hat zweiten Sinn. Sie wird Geschichte begreifen!“

 

Ich schüttelte nur unverständig den Kopf. Das mit dem Tee kochen war mir allerdings klar. Ich holte unseren kleinen Gaskocher und die Aluminiumteekanne. Elisabeth setzte den Kocher in Gang während ich Wasser aus unserer mitgebrachten Wasserflasche eingießen wollte. Der Alte hielt mein Handgelenk fest und sagte ernst:

 

„Wasser von Küste nicht gut. Hol Wasser von Bach!“

 

Ich hatte nichts dagegen, auch wenn ich seine Vorsicht nicht begriff. Das Wasser wurde abgekocht und alle Bakterien vernichtet. Als das Wasser zu sprudeln begann, warf der Alte eine Handvoll Blätter hinein, die er aus seiner bunten Tasche gezogen hatte. Elisabeth holte drei Blechtassen. Der Tee schmeckte bitter. Wir tranken ihn ohne Zucker. Der Alte befahl uns, die großen Tassen ganz zu leeren. Dann stand er auf und winkte uns, ihm zu folgen.

 

Langsam gehen wir hinter dem Alten her. Wurden mir auf dem Markt noch die Füße schwer von der Höhe, so fühle ich mich jetzt leicht und frisch. Der Tee! Was war das wohl für ein seltsames Kraut? Oder hatte der Alte noch ein Pulver mit reingemischt, eine Droge? Es war mir in diesem Augenblick egal. Ich dachte nur an Andrea und Martha. Nichts schreckte mich mehr als deren Schicksal. Mein eigenes Leben war unwichtig! Unwichtig? Nein, es war wichtig, weil ich und Elisabeth die Mädchen finden mussten. Sie waren der Inhalt unseres Lebens, zusammen mit Dan. Dan! Er musste von der Entführung erfahren. Während wir langsam hinter unserem Führer immer höher stiegen holte ich mein Handy aus der Tasche. Es war eines dieser teuren Geräte, die an jedem Punkt der Erde funktionierten, weil sie direkten Kontakt zu einem Satelliten hatten. Ich erreichte Dan sofort:

 

„Wo bist Du gerade?“ fragte ich ihn.

 

„Das kann ich Dir nicht sagen.“

 

„Ich verstehe: ein Einsatz.“ Dan hatte sich gleich nach seiner Rückkehr nach Deutschland bei der Bundeswehr gemeldet und machte dort rasch Karriere durch seine überdurchschnittlichen physischen und intellektuellen Fähigkeiten. Er war vor drei Jahren für eine Spezialeinheit ausgewählt worden, deren Tun so geheim war, dass nicht einmal die eigene Familie etwas darüber wissen durfte. Es war für mich ein Wunder, dass er meinen Anruf beantwortete. So kam ich gleich zur Sache und berichtete in wenigen Worten, was geschehen war. Dan reagierte ohne zu überlegen:

 

„Ich komme sofort.“

 

„Kannst Du denn weg?“

 

„Ich habe seit zwei Tagen Urlaub – drei Wochen. Ich kümmere mich sofort um einen Flug. Ich kann in einem Tag bei Euch sein. Soviel kann ich Dir sagen: ich befinde mich in Asien. Ich fliege über die USA. Ich rufe Dich an, wenn ich in Chile bin. Tschüss!“

 

Mehr zu sagen war nicht nötig. Ich verabschiedete mich und schloss wieder zu Elisabeth und dem Alten auf.

 

„Ich habe Dan Bescheid gesagt. Er kommt so schnell es geht!“ flüsterte ich Elisabeth zu. Sie nickte leicht. Wir beide wussten, wie sehr Dan seine beiden Schwestern liebte. Er würde alles tun, um sie zu finden. Doch setzte er dadurch auch sein eigenes Leben aufs Spiel. Wenn alles schief ging, dann verloren wir nicht nur die beiden Mädchen, sondern auch noch Dan. War es richtig Dan Bescheid zu sagen? Ich wusste es nicht. Es war eine spontane Reaktion meinerseits und nun einmal geschehen.

 



Querbeet

Anzeigen

audible.de