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Der Regenwald oder eine Hand wäscht die andere

( 1 Bewertung ) 

Es war einmal ein Wald inmitten Südamerikas. Dort lebte ein kleiner Baum namens Hugo. Hugo war bei den anderen Bäumen sehr unbeliebt, weil er so schön war. Seine Krone ragte geheimnisvoll in den  blauen Himmel und seine Blätter waren im Frühling wie im Sommer saftig grün, während sie im Herbst goldgelb leuchteten.

Da alle anderen Bäume schon alt und verunzelt waren, waren sie sehr neidisch auf Hugo. So kam es, dass Hugo nur einen Bekannten besaß, den Menschen. Immer wenn einer vorbeiging, schien es als lächle Hugo ihn an.

So war es zum Beispiel nie vorgekommen, dass er Blätter oder gar Äste auf sie fallen ließ. Jedoch war Hugo sehr traurig, weil er so einsam war. Er wartete schon seit Jahren auf eine Chance, den anderen zu beweisen, dass er mit ihnen befreundet sein wollte. Eines Tages jedoch war die Gelegenheit gekommen, um es allen zu beweisen. Wie jedes Jahr um diese Zeit regnete es sehr oft in Hugos Wald. Das wäre ansich nicht so schlimm gewesen, jedoch drohte allen Bäumen, ihre Blätter durch den starken Regen auf ewig zu verlieren. Sie schrien verzweifelt um Hilfe, doch wer sollte ihnen schon helfen? Mit einem Mal hatte Hugo eine Idee. Sein Wald grenzte nämlich an ein Dorf, an dessen Stadtrand er gepflanzt war, direkt neben einer Schule, deren Fenster offen standen. Hugo beugte sich hinuter und hob mit seinen starken Ästen den Regenschirmständer der Schule hinaus. Als er das bewältigt hatte, nahm er einen Schirm heraus und setzte ihn in seine Krone. Danach gab er den Ständer an alle Bäume weiter, die ebenfalls einen Schirm in ihre Kronen setzen. So hatte er alle Bäume vor dem Unheil bewahrt, alle ihre Blätter auf ewig zu verlieren. Wie ihr euch denken könnt, war Hugo nun nicht mehr einsam und hatte viele neue Freunde gefunden. Diese bewahrten ihn auch vor dem Schicksal, als Brennholz der Menschen gefällt zu werden. Sie warfen einfach so lange Äste auf die Holzfäller, die Hugo an den Kragen gehen sollten, bis diese erschrocken das Weite suchten. Seitdem setze kaum noch ein Fremder seinen Fuss in den Wald und weil alle Bäume ihre Regenschirme als Zeichen der Dankbarkeit an ihre Erretter auf ihren Kronen ließen und darüber Blätter wuchsen, aber auch angesicht der Tatsache das es viel regnete,nannten die Einheimischen den Wald respektvoll "Regenwald".

 



Kommentare  

 
#1 Martin Prebendo 28-12-2010
Tolle Geschichte, Natasha! Wo hast Du nur die Ideen her? :-)
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