Abenteuer auf Barranis - Arafit und die legendären Bestien

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Kapitel 1 - Die Feuermagier des Namta-Waldes

 

Etwas südwestlich von Rasuka,

einer Stadt im Norden des Kontinentes Phanteon

 

Abel und Balthasar ritten um die Mittagszeit nebeneinander durch die Rauchschwaden des brennenden und verwüsteten Dorfes Tennon, nördlich des Sahia-Gebirges. Sie fanden eine völlige Verwüstung mit etlichen Toten und zerstörten Häusern vor. Die beiden waren zwei Muskelpakete in rot glänzenden Rüstungen und besaßen markante Gesichter.

Abel besaß ein breites und von der Wüstensonne tief gebräuntes Gesicht, eine breite Nase, schmale raue Lippen und ebenso schmale dunkelbraune Augen, welche schon beinahe als Schlitzaugen hätten durchgehen können. Balthasar besaß ein sehr markantes Kinn, eine ungewöhnlich große Nase, ein für die Wüste ungewöhnlich helles Gesicht und hellblaue leuchtende  Augen. Beide besaßen eine fast gleiche Körpergröße von annähernd zwei Metern. Auf zwei hellbraunen ebenso muskulösen und wohlernährten Hengsten ritten sie nun schon seit 25 Jahren im Dienste der freien Kriegerschaft durch die Wüsten und kämpften sich schon durch die härtesten und blutigsten Schlachten. Abel und Balthasar zogen ihre Schwerter fast gleichzeitig, als hinter einem halb zerstörten und noch brennenden Haus eine Gestalt erschien. Ihre Sorge war jedoch unbegründet, weil es sich um einen hinkenden Einheimischen handelte, an dessen rechter Gesichtshälfte sein blondes schulterlanges und blutgetränktes Haar klebte. Sein Blut rann aus seiner klaffenden Kopfwunde bis zu seinem Hals runter, um auf seine rechte Schulter zu tropfen und dort einen Fleck zu bilden. Das auffallendste Merkmal seines schmalen faltigen Gesichtes mit weit aufgerissenen leuchtend blauen Augen, war seine große Hakennase, auf welcher eine dicke und haarige Warze saß.

Sein rechter Unterarm war bis zur Ellenbeuge unsauber abgefetzt, sodass herabhängende Haut- und Fleischfetzen um den freigelegten Knochen wabbelten. Stöhnend und wimmernd humpelte er rechtsseitig auf die beiden Krieger zu, welche im Dienste des Kriegermarschalls Randon eigentlich hierher geschickt worden waren, um die Dorfbewohner von einem möglichen bevorstehenden Wüstenpiratenangriff zu warnen. Randon war für einen Großteil der Krieger im nordöstlichen Sektor Phanteons zuständig. Was sie jedoch hier in diesem Dorf vorfanden ließ sogar die abgehärteten beiden Burschen bis aufs Knochenmark erschauern. Dies konnten keine Wüstenpiraten gewesen sein. Keine noch so große Menge an Menschenhänden könnte dieses Unheil anrichten, was die zwei roten Krieger hier vorfanden. Bis sie zu diesem vielleicht noch einzigem Überlebenden vorgestoßen waren, musterten sie Häuser mit riesigen, hinein geschlagenen Löchern in den Fassaden, sodass man in die Wohnstuben, Küchen und Badezimmer blicken konnte.

Dort lagen etliche abgetrennte Gliedmaßen, Oberkörper und Köpfe herum und riesige Blutspritzer malten die Wände aus.

Die Art, wie die Körperteile abgetrennt waren, ließ auf nichts Menschliches schließen. Entweder waren in den Oberkörpern riesige Löcher, aus denen die völlig zerfetzten Darmschlingen heraushingen und die Fußböden bedeckten oder die Gliedmaßen waren zu sauber, wie durch eine Guillotine abgetrennt worden. Aber bei der Menge an Toten hätten die Wüstenpiraten schon hunderte Guillotinen mitgebracht haben müssen. Selbst Schwerter hätten dieses Massaker nicht anrichten können.

Der Überlebende stoppte vor den Kriegern und blickte mit wahnsinnigen blauen Augen, welche nur noch um Erlösung flehten, durch sie hindurch. Die Haut- und Fleischfetzten wabbelten weiterhin an seinem Arm, bis er schließlich, außer sich vor Schock mit schnellem und hechelndem Atem und zitternder heiserer Stimme zu sprechen begann.

„Sie…sie sind es. Sie sind wieder da.“

Blut floss dem Mann mit einem Schwall aus dem Mund. Anscheinend war auch seine Lunge schwer verletzt. Er hustete, begann zu wimmern.

„Geht Fort. FLIEHT SOLANGE IHR NOCH KÖNNT!“

Nach diesen Worten gab der Einheimische noch zwei bis drei Huster mit jeweils einem Blutschwall von sich, sackte zuerst langsam auf die Knie und plumpste danach wie ein Sack Kartoffeln leblos vor den Kriegern mit dem Gesicht voran auf den Boden. Abel und Balthasar schauten sich gegenseitig an und wussten, dass nochmal eine Menge Ärger und Arbeit auf ihre alten erfahrenen Kriegertage zurückkommen würde.

Sie waren schon so gute Freunde, dass sie sich blind verstanden und nur Blicke austauschen mussten, um zu wissen, was der andere dachte. Zusammen überlebten sie schon viele Schlachten, Kämpfe und Kriegssituationen und ließen durch die Macht ihrer Hände, mit denen sie ihre Schwerter perfekt führten, hunderte Liter Blut vergießen.

„Lass uns verschwinden“, sagte Abel zu Balthasar in einem Ton, der ihn wissen ließ, dass die Sache hier gelaufen sei und sie schleunigst den Marschall von der Situation in Kenntnis setzten sollten.

Somit gaben sie ihren Pferden die Sporen und ritten aus dem restlos zerstörten und von Menschenleben befreiten Dorf wieder hinaus. 

 



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